Able Archer ist eine beziehungsreiche audiovisuelle Meditation darüber, was in einer parallelen Welt 1983 geschah, als die gleichnamige NATO-Übung, die eine Phase militärischer Eskalation bis hin zu einem koordinierten nuklearen Angriff simulierte, in einem realen umfassenden Atomkrieg endete - eine damals tatsächlich drohende Gefahr: "Es wird erwogen, dass Krieg unvermeidlich ist und jeden Augenblick ausbrechen kann" (Sowjetische Geheimdienstquellen, 1983).

Visuell greifen dabei repetitiv Filmsequenzen eines postapokalyptischen nächtlichen Strandes und die zweifelhaften Schönheiten von Nukleartests hoquetusartig ineinander, wobei Zeitverzerrungen, Einzelframes als subliminale Botschaften und Überlagerungen ein komplexes Gewebe entstehen lassen, das in vielfältiger Weise mit der akustischen Ebene verschränkt ist, die auf ähnliche Weise vielschichtig strukturiert ist.

Im Gegensatz zu den Bildern, die vollständig neu gearbeitet sind, wurde der originale Soundtrack - damals mittels Tape Loops und VCS 3 Analog-Synthesizer hergestellt und auf einer Tascam 34B Bandmaschine aufgenommen - größtenteils belassen, nur leicht gekürzt und minimal vertieft, etwa mit Meeresrauschen, das sich mit den Bildern vom Meer abwechselt und das Zusammenspiel von Bild und Ton weiter intensiviert.